aufgegabelt unterwegs: Die Strände der südlichen Toskana

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Als unsere Kinder noch kleiner waren, sind wir sehr häufig in die Toskana gereist und haben uns dort so ziemlich jeden Stein angeschaut. Trotzdem – oder deswegen – packt uns auch jetzt hin und wieder die Sehnsucht nach dem „gelobten Land“, wie ein guter Freund es sehr treffend bezeichnet: Italien muss einfach alle paar Jahre mal sein!

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Blick von Piombino aus zur Insel Elba

Ganz kurz nur zu den berühmteren Städten, die wir dieses Mal links liegen gelassen haben, weil wir uns komplett auf die Küste der Maremma, also der südlichen Toskana, konzentriert haben: Florenz ist natürlich großartig, aber meistens komplett überfüllt (ich sag nur Asiaten). Ich glaube, da fährt man am besten im Winter hin! Meine persönlichen Lieblingsstädte sind Siena und San Gimigniano, gefolgt von Volterra und Lucca. Aber es gibt noch hundert andere bezaubernde kleine Orte wie z.B. Vinci, die meistens auf einem der vielen Hügel liegen und auf jeden Fall einen Ausflug wert sind.

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Scarlino

Früher haben wir uns mit den Kindern ins Auto gesetzt und sind in 2 Etappen nach Italien kutschiert, mit einer Zwischenübernachtung in Südtirol. Kann man machen, ist aber anstrengend, weil weit (es sei denn, Ihr wohnt in Bayern). Dieses Mal sind wir mit easyjet von Berlin nach Pisa geflogen und haben uns von dort aus einen Mietwagen genommen. Pisa ist als Stadt eher semi-interessant, wer aber den schiefen Turm noch nie gesehen hat, sollte sich ein paar Stunden Zeit dafür nehmen (auch wenn es dort von asiatischen Touristen nur so wimmelt…). Mit dem Auto sind wir ca. 1,5 Stunden gen Süden gefahren, wo wir über booking.com in der Nähe des an einem steilen Hang gelegenen Örtchen Scarlino ein Zimmer in dem schönen Gutshof La Cianella gebucht hatten. Die Zufahrt war ein wenig abenteuerlich (ich kam mir vor wie eine Bergziege), aber der Ausblick von der Terrasse auf die grüne Ebene hinunter machte das allemal wieder wett!

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Aussicht von unserer Terrasse

Von hier aus haben wir die wunderschönen Strände der Maremma (wieder)entdeckt: Am ersten Tag die etwas versteckte Calaviolina, eine traumhafte Bucht bei Puntone. Vom gut ausgeschilderten Parkplatz muss man noch gute 20 Minuten durch einen (zum Glück recht schattigen) Wald laufen, und es geht ein paarmal steil bergauf, bis man die Bucht erreicht, aber die Anstrengung lohnt sich: Calaviolina ist sicherlich eine der schönsten Buchten der Toskana. Feiner weißer Sand, glasklares Wasser, ein einziger Traum. Auch die Versorgungslage ist gesichert: Oberhalb des Strandes steht ein Imbisswagen im Wald, wo es ein absolut köstliches Tomaten-Mozzarella-Foccaccia gibt, mit dem man sich vortrefflich vor dem anstrengenden Rückweg stärken kann 😀

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Calaviolina

 

Da wir jeden Tag einen anderen Strand besucht haben, will ich Euch jetzt nicht mit epischen Beschreibungen langweilen. Hier einfach ein paar Bilder mit Ortsangaben:

 

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La Sterpaia, 5 km von Follonica

 

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Torre Mozza (Verlängerung von Sterpaia)
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Le Pine

Spätnachmittags haben wir uns dann immer aufgemacht in eine der kleinen Städte entlang der Küste: Am schönsten ist sicherlich Massa Marittima, wo man auf dem Platz vor dem Dom unbedingt einen Aperitif trinken sollte, um zu sehen, wie der Dom in den Strahlen der Abendsonne geradezu erglüht.

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Massa Marittima

Das mit dem Aperitif ist sowieso eine sehr nette italienische Tradition: Man sucht sich ein hübsches Plätzchen in einem Café oder Restaurant, bestellt sich einen leckeren Aperol Spritz (oder Campari oder Negroni) und bekommt dazu noch diverse Kleinigkeiten zum Knabbern, damit man nicht schon nach dem einen Glas hackedicht ist (so wie ich meistens, weil ich so gut wie nie Alkohol trinke 🙄). Da die meisten Restaurants sowieso nicht vor 19.30 Uhr öffnen, kann man so die Zeit bis zum Abendessen ganz gut überbrücken.

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Restaurant Il Convento in Scarlino mit Hammer-Aussicht zum Sundowner

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In Massa Marittima habe ich noch eine Shopping-Empfehlung für Euch: Wenn Ihr auf dem Platz direkt vor dem Dom mit dem Gesicht zum Dom steht, geht links die Via Goldoni weg.Dort findet Ihr auf der rechten Seite das Geschäft „Lo Scarabeo“, wo es wunderschöne Dinge aus dem asiatischen Raum gibt: Deko, Schmuck, Einrichtungsgegenstände – hoffentlich habt Ihr Platz im Koffer! Es ist zwar nicht typisch italienisch, aber ich finde dort immer etwas, und die Preise sind ziemlich okay!

Ansonsten zum Thema Shoppen nich eine Empfehlung: Taschen in San Gimigniano!

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Zum Essen sitzt man sehr romantisch im „Il gatto e la volpe“ („Der Kater und der Fuchs“)  in der Via Lo Ciambellano. Eher rustikal geht es in der Pizzeria direkt am Dom zu, aber hier bekommt man zum Aperitif schon so viel zu essen, dass man vor der eigentlichen Mahlzeit quasi satt ist!

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Ein typischer Maremma-Badeort ist Castiglione de la Pescaia, das von einer Burg bewacht wird und einen netten Yachthafen hat. Gut einkaufen kann man in Grosseto, hier gibt es viele nette Boutiquen innerhalb der historischen Stadtmauer. Follonica ist ein ziemlich rummeliger Badeort, wo ich persönlich nicht Urlaub machen möchte, aber man kann mal hinfahren und über die Strandpromenade flanieren.

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Wir haben dort allerdings zufällig ein ganz großartiges Restaurant entdeckt: Das Casa Azul liegt an der Strandpromenade etwas erhöht in einem rosafarbenen Haus neben mehreren anderen Restaurants. Das Besondere ist: Es gibt dort nur vegetarische und Fischgerichte – genau mein Beuteschema! Ich hatte ein grandioses  Tunfischtatar und als Hauptgericht ein Kürbisrisotto zum Reinlegen. Die Preise sind in Ordnung, die Portionen überraschend groß und es gibt ein köstliches selbstgebackenes Brot. Leider hatte der Laden jetzt zum Ende der Saison nur Donnerstags bis Sonntags geöffnet, so dass wir beim zweiten Versuch vor verschlossenen Türen standen. 😞

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Pinienwald bei Punta Ala

Sehr exklusiv, aber zu unserer Reisezeit Ende September quasi verlassen ist der Ort Punta Ala auf der gleichnamigen Landzunge. Im Sommer golfen hier die italienischen Geldsäcke, die natürlich auch gleich ihre Yacht im Hafen parken. In der Nähe sind aber die sehr schönen Strände von Le Rocchette und Camposole. An Letzterem ist der sehr nette Strandclub Bagno de Camposole.

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Le Rocchette

So, das war mein persönliches Maremma-Küsten-best-of… Wenn Ihr Lust bekommen habt, in der Toskana Urlaub zu machen, empfehle ich Euch, Eure Zeit aufzuteilen und Euch zuerst für ein paar Tage im Hinterland einen schönen Agriturismo mit Pool zu suchen und von dort aus Siena, San Gimignano und Volterra unsicher zu machen. Dann noch ein paar Tage relaxen in Küstennähe – besser geht Italienurlaub nicht!

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Grosseto

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Massa Marittima
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6 Kommentare Gib deinen ab

  1. Wunderschöne Fotos , ein sehr informativer Beitrag und viele Tipps für unsere nächste Italienreise ! Vielen Dank und Grüsse von Anja

    1. aufgegabelt sagt:

      Danke liebe Anja, war mir wie immer ein Vergnügen!

  2. Matthias Pohlmann-Lenz sagt:

    Liebe Marion. Wie von dir nicht anders zu erwarten, ein sehr schöner Reisebericht und eine tolle Inspiration für den nächsten Sommer. Sehr froh bin ich, das du das Verhalten von Männern in Hotelbadezimmern nicht thematisierst hast. Liebe Grüße aus Erfurt.
    Matthias Pohlmann-Lenz

    1. aufgegabelt sagt:

      Danke, das geht ja runter wie Olivenöl 😉 Aber Männer in Badezimmern? Ich stehe grade auf dem (Dusch-)Schlauch… Wir hatten eine freistehende Wanne im Zimmer, vielleicht deshalb? Klär mich auf!
      Liebe Grüße
      Marion

  3. Kirsten sagt:

    Liebe Marion,

    jetzt hatte ich endlich Gelegenheit, deinen Reisebericht zu lesen und die tollen Fotos zu bewundern…. hmmmm, da bekomme ich gleich wieder Fernweh! Meine Eltern sind auch große Italienfans und so ging es für unsere Familie früher auch ca. alle zwei Jahre nach Italien, davon dreimal in die Toskana. Aber da kann man auch immer wieder hinfahren, wie ich finde! Wir hatten immer Ferienhäuser mit Pool im Hinterland und haben alle bekannten Städte von Florenz über Siena bis San Gimignano abgeklappert (zum Teil mehrmals). Am Meer waren wir glaube ich aber nur ein einziges Mal und an den Stränden im Süden gar nicht. So fantastisch wie das aussieht, muss ich das aber wohl mal nachholen… und auch meinen nach wie vor sehr Italien-affinen Eltern den Tipp geben!

    Liebe Grüße,
    Kirsten

    1. aufgegabelt sagt:

      Liebe Kirsten,
      genau so war es bei uns auch: Mit Ferienhaus mit Pool im Hinterland fing es an, und im Laufe der Jahre haben wir uns dann immer näher an die Küste der Maremma herangearbeitet 😉 Die Strände dort lohnen auf jeden Fall einen Besuch und sind mit denen im Norden nicht zu vergleichen!
      GLG
      Marion

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